Achsmanschette

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Vorweg ein paar Hinweise:

  • Es wird keinerlei Gewähr für diese Anleitung übernommen und es wird jedem, der noch kein Werkstatthandbuch hat, empfohlen sich vorher eins zu besorgen.
  • Diese Anleitung versucht auf alle möglichen Probleme ein zu gehen, diese müssen aber nicht zwangsläufig auftreten.

Falls die rad- und getriebeseitige Manschette gewechselt werden soll, funktioniert auch der radseitige Weg.

Radseitig wechseln

  • Die Antriebswellen sollten nie weit aus dem Gleichlauflager am Getriebe gezogen werden um die Achsmanschette am Getriebe nicht zu beschädigen!
  • Es gibt wie immer mehrere Wege zum Ziel zu kommen. Also bitte erst alles in Ruhe lesen!
  • Ich kann nur empfehlen gleich den alternativen Weg zu verwenden!

Der "normale" Weg

1. Verstemmung lösen

Zu erst wird der Probe aufgebockt um die Felge zu demontieren. Nun mit einem Meißel o. ä. die Verstemmung der Kontermutter der Antriebswelle nach außen schlagen um die Mutter zu entsichern. Die Mutter ordentlich mit WD40 o. ä. behandeln. Nun z.B. das Notrad oder eine andere Felge mit Zugang zur Mutter montieren. Dieses festschrauben und den Probe wieder runter lassen.

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Hier ist die Verstemmung schon gelöst. Diese sitzt immer im Bereich der Nut der Antriebswelle.

2. Kontermutter lösen

Nun die Mutter mit einem gekröpften 32er Ringschlüssel oder einer wirklich stabilen Nuss und ca. 1m Verlängerung lösen. Da der Reifen alleine nicht gegenhalten kann, muss noch jemand im Probe sitzen und auf die Bremse treten. Achtung hier braucht man viel Kraft, der bei mir auch ein Hazet-Adapter nicht gewachsen war.

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In dem Fall der Kopf eines Adapters von 1/2" auf 3/8". Mit einem Schlagschrauber könnte es leichter gehe, aber auch hier bitte immer jemanden auf die Bremse treten lassen, um das Getriebe nicht zu schädigen. Wenn sich die Mutter nicht bewegt, das Werkzeug aber stabil genug ist, kann man die Mutter mit einer Lötlampe o. ä. erwärmen, aber bitte nicht übertreiben wenn man nicht später auch das Radlager wechseln will.

Wenn ihr hier schon nicht weiter kommt, bitte beim alternativen Weg weiter machen.

3. Schwenklager lösen

Vorweg ein Übersichtsbild mit den Bezeichnungen

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Das Fahrzeug wieder aufbocken und das Notrad abnehmen. Nun den Spurstangenkopf ausdrücken. Dazu vorher den Splint entfernen und danach einen Abzieher benutzen. Wer so was nicht hat kann auch die Mutter soweit abschrauben, dass ihr Rand knapp unterhalb des Gewindeendes ist und von unten mit einem Hammer gegen die Mutter schlagen. Man braucht nicht viel Kraft aber es ist trotzdem sinnvoll von oben etwas gegen zuhalten um das Federbein zu schonen. Den Spurstangenkopf auf der Spurstange nicht verdrehen, sonst wird die Spur verstellt. Die Mutter in dieser Position hat den Sinn, dass man so das Gewinde nicht aufweitet. Man kann alternativ auch die Klemmschraube des unteren Kugelgelenkes abschrauben, dann kann man das Schwenklager nach hinten/oben weg klappen. Diese geht leichter zu lösen und die Montage beim Zusammenbau ist auch unproblematischer.

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Weiter geht es mit dem Bremssattel, welcher auch vom Schwenklager gelöst werden muss. Den Bremssattel nun irgendwo mit einem Draht so unterbringen das er nicht stört, der Bremsschlauch aber auch nicht geknickt oder verdreht wird. Eventuell reicht der Platz jetzt schon aus um die Antriebswelle aus der Radnabe zu ziehen. Falls nicht, den ABS-Sensor mit Halterung abschrauben. Jetzt die beiden Schrauben des Federbeins abschrauben. Wenn man das Auto nur einseitig aufgebockt hat, wird die Antriebswelle indirekt durch den Stabilisator von unten gegen das Federbein gedrückt. Das ist eigentlich gar nicht gut für die Achsmanschette , aber die soll ja eh gewechselt werden. Man kann nun

  • Schwenklager und Federbein so gegeneinander verdrehen das sich beide nicht mehr berühren
  • die Koppelstange des Stabilisators vom Querlenker lösen (was schwer bis unmöglich werden kann)
  • das Fahrzeug auf beiden Seiten aufbocken
  • das Federbein ausbauen, womit man es auch etwas bequemer hat. Beim Ausbau unbedingt die Position des Stützlagers markieren, weil man sonst eventuell den Sturz verstellt.

4. Antriebswelle aus Radnabe ziehen

Nun kann man das Schwenklager vom Auto weg klappen und die Antriebswelle dabei herausziehen. Sollte das nicht so einfach gehen, kann man einen Abzieher verwenden. Dazu muss die Bremsscheibe runter. Dazu eine geeignete Schraube in das kleine Gewinde vorne in der Bremsscheibe schrauben. Das Gewinde des Hakens, der das Notrad im Kofferraum hält, soll auch passen. Den Abzieher an der Radnabe ansetzen und versuchen die Antriebswelle auszudrücken. Vorsicht: Dabei nicht die Radnabe verziehen. Man kann es auch mit hämmern versuchen, aber immer bedenken dass das Radlager darüber nicht wirklich erfreut ist.

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Diesen Abzieher musste ich verwenden und nur damit hat sich noch nichts getan. Erst mit viel Hitzeeinsatz, Kältespray direkt auf die Antriebswelle und einem großen Hammer kam die Antriebswelle langsam raus. Das Radlager war danach natürlich völlig hinüber, aber zum Glück hatte es vorher schon einen Knacks. Scheinbar ist die Antriebswelle bei einigen Probes nicht nur gesteckt sondern zusätzlich verklebt. Wenn die Antriebswelle nicht aus der Radnabe raus will, schaut auch den alternativen Weg an.

5. Manschetten wechseln

Nun die Spannbänder der Achsmanschetten lösen und die Achsmanschette zurück schieben oder besser zerschneiden und abnehmen. Die Antriebswelle in Richtung Getriebe/Gleichlauflager schieben und z.B. mit einem Helfer und/oder einer Gripzange so fixieren, dass sie möglichst kaum wieder raus gezogen werden kann. Nun mit einem Gummi- oder besser rückschlagfreiem Kunststoffhammer das Birfieldgelenk von der Antriebswelle schlagen. Dabei auf den äußeren Lagerring schlagen aber niemals auf das Gelenk selbst! Da sich das Gelenk dabei auf der Achse verkannten kann, Achse und Schwenklager auf Spannung halten und von mehreren Seiten schlagen.

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Über diesen Sicherungsring muss das Gelenk drüber rutschen. Der Sicherungsring sitzt nachher noch auf der Welle oder liegt in dem äußeren Lagerring. Wenn man die inneren (getriebeseitigen) Achsmanschetten wechseln will kann man nun auch hier die Spannbänder lösen und die Manschette über die Welle wegziehen. Zu der neuen Achsmanschette sollte auch neues Fett und ein neuer Sicherungsring gehören. Bei Spidan ist z.B. alles dabei.

6. Montage

Nachdem das alte Fett entfernt ist die neue(n) Achsmanschette(n) und die neuen Spannbänder/Schellen (je nach Ausführung) auf die Welle schieben, etwas neues Fett (40-60g) in den Lageraußenring geben und die Antriebswelle mit neuem Sicherungsring in den Lageraußenring schieben bis sie spürbar einrastet. Ausreichend Fett (30-40g) in die Manschette(n) geben und diese in die Führung(en) der Antriebswelle schieben. Der Abstand zwischen den Spannbänder/Schellen soll etwas 9 cm betragen. Nun noch möglichst viel Luft aus den Manschetten raus lassen und die Spannbänder/Schellen festziehen.

Jetzt wieder alles in umgekehrter Reihenfolge zusammensetzen. Den Spurstangenkopf beim Festschrauben von oben gut durch drücken arretieren, da er sich sonst mit dreht.

Der alternative Weg

Wie man sieht, kann es beim normalen Weg zu massiven Problemen kommen. Die meisten werden nicht das passende Werkzeug zu Hause haben um die Kontermutter der Antriebswelle zu lösen wenn diese fester sitzt als normal. Genauso dürfte eine festgeklebte Antriebswelle die Meisten vor ein großes Problem stellen. Bei diesem Weg braucht man nur gebräuchliche Schlüsselweiten und die Schrauben/Muttern sind auch längst nicht so fest angezogen.

1. Vorbereitung

Das Fahrzeug möglichst beidseitig aufbocken um den Stabilisator zu entlasten. Dabei aber auf jeden Fall auf sicheren Stand des Fahrzeugs achten. Nun das Rad lösen und entfernen. Danach den Bremssattel abschrauben und sicher aufhängen.

2. Schwenklager frei machen

Die untere Kugelgelenk-Klemmschraube lösen und heraus ziehen. Danach die beiden Schrauben, welche das Federbein und das Schwenklager verbinden, lösen. Spannbänder/Schellen der Achsmanschette lösen und Achsmanschette zerschneiden/zurück ziehen. Wenn der Stabi entlastet ist, lassen sich die Schrauben nun leicht entfernen, ansonsten einen Helfer bitten den Querlenker etwas nach unten zu drücken. Schwenklager vom unteren Kugelgelenk abziehen. Der Lageraußenring des Birfieldgelenkes steckt jetzt zwar immer noch in der Radnabe, aber das stört beim Wechsel der Achsmanschetten überhaupt nicht.

Nun geht es bei 5. Manschetten wechseln weiter und wie man sieht, hat man sich mit diesem Weg ein menge Arbeit und Zeit erspart. Deshalb würde ich diesen Weg auch immer empfehlen.

Drehmomente, Schlüsselweiten und Bestellnummern

Hier die Schlüsselweiten und Anzugdrehmomente (laut Werkstatthandbuch):

  • Kontermutter 32er: 235-319 Nm
  • Kugelgelenk-Klemmschraube 14er: 34-57 Nm
  • Radmutter 19er: 88-118 Nm
  • Spurstangenkopf 29-44 Nm
  • Sützlagermutter: 46-63 Nm
  • Federbeinschrauben 17er: 93-117 Nm


  • Bestellnummer Mazda für Sicherungsring, Getriebeseitig: G054-25-421
  • Bestellnummer Achsmanschette außen 24V Spidan Nr. 25520 Mazda, EAN-Code 4019064055204, ca. 11€ inkl. Sprengring und Fett (für 16V besser nachmessen, Lagerdurchmesser 24V: 94mm)
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